20.06.2005
Reinhard Zetsche und Bruno Sacco über die Gestaltung des Augenscheinlichen
Die Designer Reinhard Zetsche und Bruno Sacco interpretieren auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen das Wasser als etwas Pures und sehr Elementares. Was die mit dem red dot: best of the best ausgezeichneten Designer über den Umgang mit dem Element Wasser und die Gestaltung des Augenscheinlichen denken, erfahren Sie hier.
Reinhard Zetsche und Bruno Sacco über „Die Gestaltung des Augenscheinlichen“:
"Wer Lucius Burckhardts „Design ist unsichtbar“ zitiert in dem Sinne, Gestaltung sei die Kunst des Verbergens, liegt wesentlich falsch. Was Burckhardt in seiner 1980 veröffentlichten Schrift vielmehr vertritt, ist, dass Design die Aufgabe hat, Verborgenes zu Tage zu fördern. (...) Nun spricht der Autor, ganz 1980er Jahre, im Wesentlichen von gesellschaftlichen Prozessen; Verborgenes aber schlummert überall, besonders da, wo der Alltag den höchsten Grauwert besitzt: Zum Beispiel verkommt der Umgang mit dem Element Wasser im täglichen Einerlei zu einem leblosen Ritual, die „Nasszelle“ ist so ein sprachgewordenes Indiz hierfür. Der Kontrast zwischen der grenzenlosen Schönheit freien und natürlichen Wasserspiels in Natur und Kultur und der mechanisierten Lieblosigkeit heutiger Wassernutzung könnte größer nicht sein. Vor diesem Hintergrund hat in jüngster Zeit eine Rückbesinnung stattgefunden. Bäder lassen der Sinnlichkeit des Baderituals erneut Raum."
Reinhard Zetsche wurde 1963 in Frankfurt/Main geboren und gründete 1999 Octopus Design. Er lebt und arbeitet in München, wo er internationale Kunden betreut. Die Produkte von Octopus Design erhielten unter anderem die Designpreise „red dot: best of the best“, „Design Plus“, „iF award“ und den MATERIALICA-Preis „Best of Idea“. Reinhard Zetsche ist Mitglied der Designgruppe „transalpin“ (eine projektbezogene Zusammenarbeit von drei Designbüros), die seit Jahren durch unkonventionelle Gestaltungsansätze im Bereich Möbeldesign Aufmerksamkeit erregt.
Dr. Bruno Sacco wurde 1933 in Udine, Italien, geboren. 1956 unterbrach er sein Studium am Polytechnikum Turin, um seiner Leidenschaft als Automobilgestalter Rechnung zu tragen. Bei den „Carrozzieri“ Ghia und Pinin Farina sammelte Bruno Sacco erste Erfahrungen. 1958 begann eine sehr lange Laufbahn als Designer der Mercedes-Benz-Fahrzeuge. 1974 erfolgte seine Ernennung zum Oberingenieur. Von 1975 bis zum Frühjahr 1999 Leiter des Bereichs Design, bleibt Bruno Sacco bis heute seiner Arbeitsphilosophie treu, die von seinen Mitarbeitern (Design-Team des Jahres 1994 des Design Zentrums Nordrhein Westfalen) ein Maximum an Innovation bei gleichzeitigem Respekt der traditionellen Werte der Marke fordert.
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